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Foto oben: Filmemacher Daniel Bartsch (links im Bild) und Schuhmacher Bertl Kreca alias ›Schuh-Bertl‹, der die Rolle des Hans Wagner spielt, in Krecas Manufaktur-Werkstatt in München.

100 Jahre – in fünf Minuten. So lautete die Aufgabe für Filmemacher und Bergführer Daniel Bartsch, die HANWAG an ihn stellte. Seine Idee: Die Visionen aber auch Zweifel des Firmengründers Hans Wagner in absoluter Echtheit und Ehrlichkeit zu zeigen. Auf der Suche nach dem passenden Protagonisten stieß Daniel Bartsch auf ein echtes Münchner Schuhmacher-Unikat. Niemand hätte Hans Wagner wohl besser und authentischer darstellen können als Bertl Kreca, auch bekannt unter dem Rufnamen »der Schuh-Bertl«.

Die Geschichte hinter dem Film

In seiner Manufaktur und dem gleichnamigen Ladengeschäft am Münchner Gärtnerplatz fertigt er hochwertige Lederschuhe in kleiner Stückzahl wie auch als Maßanfertigung an. Er konnte sich auf Anhieb in die Seele Hans Wagners versetzen. Und brachte mit seiner kleinen feinen Werkstatt auch gleich den perfekten Drehort für ein Kopfkino in die Gründungszeit von HANWAG mit. Als Daniel Bartsch zum ersten Mal mit dem Schuh-Bertl sprach, wurde ihm klar, dass »der Typ nicht nur wahnsinnig gut als Hauptdarsteller geeignet ist, sondern noch dazu eine absolut charismatische und echte Stimme mitbringt.«

So entstand die Idee, die Erlebnisse und Gedanken Hans Wagners als Tagebuch-Einträge zu inszenieren – gesprochen vom Schuh-Bertl. Letzterer ist ein glühender Verfechter des guten und nachhaltigen Handwerks – und fand deshalb die Idee großartig, bei einem Film über ehrliches Schuhmacher-Handwerk mitzuwirken. Die Werkstatt-Aufnahmen entstanden mit Original-Requisiten, die zum Teil noch heute vom Schuh-Bertl für die Maßschuhanfertigung eingesetzt werden, in dessen Werkstatt. Die Abende der Tagebuch-Einträge im Kerzenlicht – Wagners Wohnung – drehte Bartsch im Bürgergewölbe im oberbayerischen Weyarn.

Dass er diesen Film nach eigener Idee so umsetzen durfte, empfand Filmemacher Daniel Bartsch, der seit vielen Jahren die HANWAG Motive in Fotos und Bewegtbild einfängt, als Vertrauensbeweis und Wertschätzung aber auch als Herausforderung: »Ich fand es spannend und auch herausfordernd, mich aus den wenigen Informationen, die wir über die Person Hans Wagner hatten, in den Charakter einzufühlen – Worte und Gedanken zu finden, die menschlich und nahbar klingen, aber dennoch von Bedeutung sind. Am Ende sollte die Geschichte eine authentische Interpretation der Wahrheit darstellen. Vor allem wollte ich, dass die vermeintlich ›alten‹ Gedanken im Kontext zu HANWAG zu zeitlosen Werten mutieren.«

Und nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: »Wenn man merkt, dass Leute an einen glauben, ist das ein unglaublich schönes Gefühl.« So dürfte es Hans Wagner einst auch gegangen sein, als er HANWAG 1921 als kleine Schuh-Manufaktur in Vierkirchen bei München gründete.

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