Wenn das Profil abgelaufen ist, muss nicht gleich ein neues Paar Wanderschuhe oder Bergstiefel her. Die meisten Hanwag-Modelle können neu besohlt werden. Warum dieser Service die Nachhaltigkeit fördert – und wie die Kunden davon profitieren.

Der bedenkliche Trend zur Fast Fashion macht auch vor Schuhen nicht halt. Allein in Deutschland werden jährlich über 380 Millionen Paar Schuhe weggeworfen, was fast fünf Paar pro Person entspricht. Dieser Überkonsum belastet die Umwelt enorm: Die Produktion eines durchschnittlichen Paars Sneaker verursacht 13,5 kg CO2, vergleichbar mit einer Autofahrt von rund 110 km mit einem sparsamen Verbrenner. Das von Hanwag verwendete Leder ist zwar ein Nebenprodukt der Fleischindustrie. Aber natürlich stecken auch in Wanderschuhen und Bergstiefeln Ressourcen und Energie.

Nach dem Gebrauch stellt sich bei Schuhen das Problem der Entsorgung. Da Schuhe aus unterschiedlichen Materialien wie Leder, Kunststoffen und Metallen bestehen, sind sie schwer zu recyceln. Die meisten Schuhe landen nach der Tragezeit im Hausmüll und werden verbrannt.

NEUBESOHLUNG STATT NEUKAUF: DIE VORTEILE LIEGEN AUF DEM FUSS

Angesichts dieser Fakten bietet Hanwag eine nachhaltige Alternative – und folgt damit keinem Trend. Für Gründer Hans Wagner war es schon damals pure Notwendigkeit, ein langlebiges Produkt zu fertigen: die Kunden verlangten danach, um die kostspielige Anschaffung nur selten tätigen zu müssen. So konnte man vor über 100 Jahren schon die Lebensdauer seiner Hanwag Schuhe deutlich verlängern. Und auch heute lassen sich die meisten Hanwag-Modelle neu besohlen, wenn das Profil abgelaufen ist. Eine Neubesohlung reduziert nicht nur den individuellen ökologischen Fußabdruck, sondern spart auch Ressourcen und vermeidet Abfall.

Ein weiterer Vorteil: Der in der Regel gut eingelaufene Schuhschaft bleibt erhalten, da nur der untere Teil des Schuhs erneuert wird. Die Kunden bewahren also mit einem neu besohlten Schuh die einzigartige Passform – und können mit neuem Grip beim Wandern oder Bergsteigen wieder voll durchstarten.

KUNDENSERVICE BEI HANWAG: BEREITS 20.000 NEUBESOHLUNGEN PRO JAHR

„Wir besohlen derzeit allein in Deutschland 20.000 Paar Schuhe pro Jahr neu, Tendenz steigend. Diesen Service bieten wir aber auch in anderen Ländern an“, erklärt Florian Kern, Leiter Kundenservice bei Hanwag. „Nahezu 90% unseres Sortiments sind Modelle, die in der zwiegenähten oder gezwickten Machart gefertigt werden und sich für den Neubesohlungs-Service eignen.“

Eine Neubesohlung kostet bei Hanwag in der Regel 110 Euro. Bei steigeisenfesten Bergstiefeln werden 160 Euro fällig, bei zwiegenähten Modellen 170 Euro. „Bei einer Neubesohlung erneuern wir den kompletten Sohlenaufbau“, erklärt Florian Kern die anfallenden Kosten. „Dazu gehören neben der Profilsohle auch der Dämpfungskeil und der Gummischutzrand. Außerdem statten wir die Schuhe mit neuen Schnürsenkeln und einer neuen Einlegesohle aus.“ Die Neubesohlung erfolgt in Handarbeit durch erfahrene Schuhtechniker im Hanwag-Stammwerk im oberbayerischen Vierkirchen oder bei Servicepartnern im Ausland.

EINFACHE ABWICKLUNG ÜBER HÄNDLER ODER HANWAG DIREKT

Die Kunden haben zwei Möglichkeiten, ihre Hanwag-Schuhe neu besohlen zu lassen:

  • Entweder geben sie die Schuhe über ihren Fachhändler zur Neubesohlung ab.
  • Oder sie schicken ihre Schuhe mit einem Service-Formular direkt an Hanwag.

Alle Informationen und Unterlagen zum Thema Neubesohlung hat Hanwag auf seiner Website zusammengestellt.

Im Video: So läuft die Neubesohlung bei Hanwag ab

MIT GUTEM BEISPIEL VORANGEHEN

Mit dem Neubesohlungs-Service setzt Hanwag ein starkes Zeichen für mehr Nachhaltigkeit in der Schuhbranche. Immer mehr Kunden erkennen die Vorteile, die eine lange Nutzungsdauer mit sich bringt. Passend dazu präsentiert Hanwag Geschichten wie die von Dr. Adelbert Niemeyer, einem Geologen, der seine Hanwag-Schuhe bereits zwölfmal neu besohlen ließ.

Zum Artikel auf HANWAG STORIES

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