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  1. Über den Osser wandern – eine Grenzerfahrung
  2. Zweitagestour auf den Falkenstein
  3. Zweitägige Rundtour über die Risslochwasserfälle

Der Bayerische Wald ist eines der beliebtesten Wandergebiete in Deutschland – zurecht. Das Mittelgebirge im Osten von Bayern bietet abwechslungsreiche Touren durch meist eher gemäßigtes Gelände. Von der Familienwanderung über das Gipfelsammeln ist alles möglich. Und auch Weitwanderer kommen im Bayerwald voll auf ihre Kosten.

Welche aber sind die schönsten Wanderungen im bayerischen Wald? Das haben wir sechs junge Fotograf:innen und Autor:innen gefragt. Sie recherchieren gerade Touren für einen Wanderführer Bayerischer Wald. Und: Ihre drei absoluten Favoriten verraten sie hier exklusiv vorab.

Ob am Osser oder am Falkenstein – wir wünschen Euch viel Spaß beim Wandern im Bayerischen Wald!

1 Über den Osser wandern – eine Grenzerfahrung

Die Wanderung zum Großen Osser verspricht eine Grenzerfahrung der besonderen Art. Ein weiter Blick präsentiert einem zur Linken das Landschaftsschutzgebiet Šumava in Tschechien und zur Rechten ein Best-Of des Bayerischen Walds mit dem Hohen Bogen, Lamer Winkel und nicht zuletzt dem alles überblickenden Arber. Eine Aussicht geballter Freiheit, bei der die bewegte Geschichte als Grenzregion kaum vorstellbar erscheint.

Der Tourenverlauf

Um zum Grenzwanderweg zu gelangen, gilt es zunächst den Großen Osser zu erklimmen. Ob direkt vom Bahnhof in Lam, der Bergkirche Maria Hilf oder vom Wanderparkplatz Sattel aus, der Osser-Riesen-Steig führt über einen lichten Waldweg.

Über die weite, heidelbeerreiche Osserwiese geht es zunächst auf den kleinen Osser. Über einen kurzen, wurzeligen Waldpfad gelangen wir schließlich zum felsigen Gipfel des Großen Osser, zu dessen Fuß sich unser Zwischenziel, das Osserschutzhaus, befindet.

Gestärkt und beschwingt nach dem freundlichen Empfang am Schutzhaus machen wir uns auf zum Grenzwanderweg. Steile Steintreppen führen uns auf einen engen Waldpfad, der sich bald lichtet und einen weiten Blick über die fast steppenartig anmutenden, baumlosen Wiesen entlang des Kamms des Künischen Gebirges freigibt, Nachwehen des Orkans Kyrill, der hier 2007 enorme Verwüstung hinterlassen hat.

Waldreste: Der Orkan Kyrill hat dem Bayerischen Wald 2007 stark zugesetzt.

Der passende Wanderführer: Unsere Insider haben ein Buch veröffentlicht. ›15 Gipfel‹ erscheint im Mai 2022 und bietet neben Lesestoff auch 15 Tourentipps. Verlag edition lichtung, ISBN 978-3-941306-48-6, 304 Seiten, 26 €.

Wir folgen weiter den weißen Grenzpfählen, die so markant und doch teilnahmslos in der Gegend stehen und an eine Zeit erinnern, in der sie noch von Bedeutung waren. Am Gipfel Zwercheck blicken wir Richtung Osten, zu den dunklen Wäldern Böhmens, und gen Westen in Richtung Arber, der mit 1455,5 m höchste Gipfel des Bayerischen Waldes.

Wir machen einen kurzen Abstecher zum Naturkino, ein Ort mit Bänken, ein idealer Platz zum Pausieren und Schauen, bevor wir uns an den etwas steilen Abstieg über einen Pfad aus Felsbrocken machen. Wir landen schließlich auf einer Forststraße, überqueren den Parkplatz des Langlaufzentrums Scheiben.

Der nächste Streckenabschnitt ist geprägt von einer Mischung aus Pfaden und breiteren Wegen, die zwischen den zwei Höhenzügen des Grenzkamms und des Arbers nach Bayerisch Eisenstein führen.

Wir machen einen kleinen Ausflug über den Grenzübergang zu den Verkaufsbuden auf tschechischer Seite und zu einem mahnenden Stück Grenzzaun, welches zu Ausstellungszwecken erhalten wurde, bevor wir den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein erreichen.

3 Highlights auf der Tour

  1. Geschichte Grenzpfad: Die geschichtliche Brisanz des Grenzpfades ist mit jedem Grenzpfahl und all den Schildern zu spüren, welche zweisprachig über die lange und bewegte Historie der Gegend aufklären. Die Tour in Deutschland zu starten und mit dem Grenzübergang aus dem Nachbarland zu beenden macht die Wanderung zu einer außergewöhnlichen Erfahrung.
  2. Naturkino Zwercheck: Das Naturkino Zwercheck lädt auf 1333 Metern Höhe dazu ein, auf einem seiner nummerierten Logenplätzen Platz zu nehmen und auf seiner natürlichen Leinwand den gegenüberliegenden Gebirgszug vom Arber über den Kaitersberg bis hinüber zum Hohen Bogen und hinunter in den Lamer Winkel zu entdecken. Statt Popcorn empfiehlt sich hier eine zünftige Brotzeit. Zur Website
  3. Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein: Der Grenzbahnhof ist gespickt mit Infotafeln und historischen Bildern aus Zeiten des Kalten Krieges. In den NaturparkWelten im Bahnhof selbst finden sich zahlreiche Ausstellungen, die inhaltlich auch über die Grenzthematik hinausgehen und verschiedene Aspekte der Region wie etwa die Skitradition und den ›König Arber‹ beleuchten. Zur Website

Einkehren auf der Tour

  • Osserschutzhaus: Nur einige Meter unterhalb des Ossergipfels befindet sich das Osserschutzhaus. Geführt von den Wirtsleuten Georg und Claudia Hatzinger ist das Schutzhaus neben der leiblichen Verpflegung mit einer leckeren Brotzeit und frisch gezapftem Osser Bier auch für Übernachtungen geöffnet. Wer eine Nacht hier verbringt, kann auf einen geselligen Abend bei Kartenspielen und Hausobstler hoffen und beginnt den nächsten Morgen mit einer der wohl besten Aussichten, die der Bayerische Wald zu bieten hat. Zur Website
  • Restaurant Grenzbahnhof ›Vo’gunders‹: Im Wartesaal 1. Klasse aus dem Jahre 1877 des Grenzbahnhofs befindet sich das Restaurant ›Vo’gunders‹. Eine gemischte Karte aus bayerischen und internationalen Gerichten lädt hier zum Schlemmen ein. Wir empfehlen eine Stück hausgemachten Kuchen mit einer Tasse Kaffee, bevor es in die bereits wartende Waldbahn am Bahnsteig direkt gegenüber geht. Zur Website
  • Beste Jahreszeit

    Frühling bis Herbst, mit Ausnahme heißer Sommertage: Besonders am Grenzsteig ist man viel auf dem lichten Kamm unterwegs. Bei ordentlich Sonne kann das eine schweißtreibende Angelegenheit werden. Die Gipfel des Großen und Kleinen Ossers sind über relativ glatte Felsen zu erreichen, hier ist an Regentagen Vorsicht geboten.

  • Tourdaten

    Länge: 21,2 km
    Aufstieg: 805 hm
    Abstieg: 852 hm
    Gehzeit: 6 h

  • Hin- und Rückfahrt

    Mit dem Zug oder Auto nach Lam. Von Lam aus zu Fuß oder mit dem Auto zur Bergkirche Maria Hilf oder Wanderparkplatz Sattel. Nach der Wanderung gelangt man von Bayerisch Eisenstein per Bus zurück nach Lam. Von dort aus zu Fuß wieder zum Parkplatz Maria Hilf oder Sattel.

  • GPS-Track

Die Tippgeber der Tour

Für Fotograf Benedikt Seidl ist der Osser als gebürtiger Lamer sein Hausberg. Als passionierter Mountainbiker ist er hier gerne mal auf zwei Rädern unterwegs, hat den Berg nach der beschriebenen Grenzwanderung allerdings auch noch einmal von einer komplett neuen Seite kennengelernt.

Mirko Boysen (Text) ist gebürtiger Allgäuer und damit eigentlich seit Kind an in den Alpen unterwegs. Nach einigen Mehrtagestouren im Bayerischen Wald hat er diesen nun als absolut ebenbürtiges Wandergebiet kennen und lieben gelernt. Als Sohn eines tschechischen Einwanderers interessiert ihn die Region besonders in Bezug auf deren bewegte Geschichte als Grenzgebiet.

2 Zweitagestour auf den Falkenstein

Die Tour auf den 1315 Meter hohen Falkenstein eignet sich hervorragend für Wanderer:innen, die abwechslungsreiche Wege durch ursprüngliche Wälder schätzen. Wir bewegen uns im Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald – und das merken wir an der reichen Natur, die unsere Waldsteige hinauf zum Gipfel säumt. Die Kombination aus schattig-kühlen Waldwegen, die immer wieder auf sonnenüberfluteten Lichtungen enden, machen diese Zweitagestour von Bayerisch Eisenstein auf den Falkenstein und hinunter nach Zwiesel zu einem unvergesslichen Wandererlebnis.

Der Tourenverlauf

Wir starten vom Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein aus über den Goldsteigweg, der uns über weiche Waldsteige zur ehemaligen Triftschwelle Schwellhäusl bringt. Hier wurde ab 1798 Wasser gestaut, um das Holz aus dem Bayerischen Wald in den Fluss Regen und weiter hinaus in die Lande zu transportieren.

Wenig später passieren wir das am Böhmweg gelegene Walddorf Zwieslerwaldhaus und steigen durch den Urwald Mittelsteighütte, der uns mit seinen Baumriesen und dem kreuz- und querliegenden Totholz beeindruckt, immer weiter hinauf, zuerst auf den Kleinen (1190 Meter) und anschließend auf den Großen Falkenstein, unser Tagesziel.

Einquartiert im hölzernen Architekturjuwel Falkensteinhaus direkt am Fuße des Gipfels lässt es sich hier die großartige Aussicht nach Zwiesel und in den Unteren Bayerischen Wald genießen.

Vorteil Übernachtung am Berg: Man kann am Falkensteingipfel den Sonnenuntergang genießen.

Am nächsten Morgen wandern wir über die historischen Schachten in Richtung Buchenau. Die heute von Heidelbeeren und Gräsern bewachsenen Waldinseln wirken wie der Welt entrückt, einst wurden sie von den Bauern der Gegend als Viehweiden genutzt. Über die ehemaligen Glashüttendörfer Buchenau und Spiegelhütte schlendern wir hinunter nach Zwiesel. Wem die 30 Kilometer zu weit sind, der kürzt einfach kurz nach dem Scheuereckberg direkt nach Spiegelhütte ab.

3 Highlights auf der Tour

  1. Abstecher auf den Hochfels: Auf dem ›Urwaldsteig‹ gleich hinter Bayerisch Eisenstein unbedingt den kurzen Abstecher zum Hochfels (875 Meter) machen! Die Belohnung ist ein verwinkelter Pfad, der an einer Aussichtsbank unterhalb des Hochfels endet. Dieser macht seinem Namen alle Ehre und ist kurz nach Beginn der Wanderung ein erster schöner Ort zum Schauen und Durchschnaufen.
  2. Sternschnuppen schauen auf dem Gipfel: Dem Schutzhaus direkt unterhalb des Gipfels sei Dank! Selten sind es so wenige Schritte vom Berggipfel bis ins Bett, und dieser Vorteil lässt sich besonders gut in sternschnuppenreichen Augustnächten nutzen. Der Blick in den Himmel und das Warten auf die gleißenden Himmelskörper ist vom Falkensteingipfel aus ein unvergleichliches Erlebnis.
  3. Heidelbeeren pflücken: Von Juli bis September lässt es sich auf den Schachten, den ehemaligen Waldweiden rund um den Falkenstein, herrlich Heidelbeeren naschen. Zum Beispiel auf dem Lindberger Schachten, zwischen 1619 und 1929 als Sommerweide für ihr Jungvieh genutzt, heute eine lichtdurchflutete Insel mitten im Wald. Blaue Finger und Zungen garantiert!

Einkehren auf der Tour

  • Schwellhäusl: 1828 wurde hier für Waldarbeiter die erste primitive Unterkunft errichtet, heute führt die Wirtsfamilie Lettenmaier das Gasthaus in vierter Generation. Innen- und Außengastronomie, keine Übernachtungen. Zur Website
  • Zwieseler Waldhaus: Zwischen Zwiesel und Bayerisch Eisenstein gelegenes ältestes Wirtshaus des Bayerischen Waldes, 1764 als Schutz und Einkehrhütte für die Säumer auf dem Böhmweg gebaut. Innen- und Außengastronomie, Übernachtungen möglich. Zur Website
  • Falkenstein-Schutzhaus: 2019 neu errichtet, weiter in der Hand der seit 2011 bewährten Pächter Michael und Claudia Garhammer kann im Falkenstein-Schutzhaus in Bestlage eingekehrt werden. Der Blick gen Süden hinunter ist sowohl von der Terrasse aus wie auch durch das Panoramafenster im Speisesaal ein besonderes Vergnügen. Die Übernachtung inklusive Frühstücks kostet 38 Euro. Zur Website
  • Beste Jahreszeit

    Frühling bis Herbst. Weil wir viel in der schattigen Kühle des Waldes unterwegs sind, eignet sich die Wanderung auch gut für heißere Sommertage.

  • Tourdaten

    Tag 1:

    Länge: 18 km

    Aufstieg: 720 hm

    Abstieg: 420 hm

    Gehzeit: 5 h

    Tag 2:

    Länge: 30 km (Abkürzen möglich)

    Aufstieg: 430 hm

    Abstieg: 1180 hm

    Gehzeit: 7 h

  • Hin- und Rückfahrt

    Entweder mit dem Zug oder per Auto nach Bayerisch Eisenstein. Parkmöglichkeiten direkt am Bahnhof, Adresse fürs Navi: Bahnhofstr. 54, 94252 Bayerisch Eisenstein. Rückfahrt: Mit dem Zug vom Bahnhof in Zwiesel zurück nach Bayerisch Eisenstein.

  • GPS-Track

Die Tippgeberinnen der Tour

Katharina Schmid (Text) wurde schon als Kind von ihren Eltern – wenn auch gegen Widerstand, weil die Alpen ihr aufregender schienen – in den Bayerischen Wald zum Wandern entführt. Später entdeckte sie die Gegend vor allem durch das Langlaufen im Winter und das Mountainbiken im Sommer für sich. Mit jeder Wanderung auf einen der ›Woid‹-Gipfel lernt sie die Vielfalt des Grenzgebirges ein kleines Stück mehr lieben.

In ihrer Kindheit war die Fotografin Evi Lemberger nicht oft wandern. Und das, obwohl sie eine echte Waidlerin ist, wie man zu den Menschen im Bayerischen Wald sagt. Doch die Eltern waren Wirtsleute und hatten nicht wirklich Zeit. Nachdem sie die große weite Welt erkundet hat, lebt sie nun zum Teil wieder in ihrem Heimatort. Und die merkt: Sie muss gar nicht so weit weg, um glücklich zu sein.

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3 Zweitägige Rundtour über die Risslochwasserfälle

Die Tour über die Risslochwasserfälle (auch Rieslochfälle genannt) zur Schareben führt vorbei an beeindruckenden Naturspektakeln und eignet sich sehr gut für Anfänger, die auf gerölligem Untergrund, Wurzelwerken und felsigen Pfaden eine Herausforderung suchen. Wir staunen über die höchsten Wasserfälle der Region, die über 15 Meter in die Tiefe stürzen. Auf dem kleinen Arber öffnet sich eine Hochebene auf über 1000 Metern, die vom Orkan Kyrill im Jahr 2007 entwaldet wurde, durch das nachgewachsene Grün aber eine einzigartige Landschaft mit weiten Panoramablicken bietet.

Der Tourenverlauf

Wir starten an der Talstation der Silberbergbahn über wurzelbewachsene Waldwege bis zum Parkplatz Schönebene, wo uns die Tour durch einen ursprünglichen Mischwald bis zu den Risslochwasserfällen führt, die eine beeindruckende Schlucht mit einem Höhenunterschied von 55 Metern in den Wald geschliffen haben. An einem der morschen Baumstämme am Ufer finden wir eine perfekte Sitzgelegenheit, um kurz inne zu halten.

Wir folgen den Schildern zum Kleinen Arber und marschieren am linken Ufer des Schwellbachs entlang über Wurzelwerke und Geröll, das immer wieder vom Gebirgswasser überspült wird. Wir erreichen die Chamer Hütte und besteigen nach einer kurzen Pause den Gipfel des Kleinen Arbers auf 1384 Metern, wo es über den Gebirgskamm weiter auf den Enzian und den Heugstatt bis zur Berghütte Schareben geht.

Höhepunkt: Blick vom Kleinen Arber auf seinen großen Bruder. Mit 1456 m ist der Große Arber der höchste Berg im Bayerischen Wald.

Am zweiten Tag starten wir von der Hochebene auf 1000 Metern in Richtung Bodenmais und marschieren auf einem breiten Schotterweg, der im Winter als Langlaufloipe genutzt wird, bis wir in ein steiles Waldstück eintauchen, wo der Moosbach rauscht. Durch einen urzeitlichen Mischwald gelangen wir zu den Hochfällen, die noch beeindruckender sind als die Risslochwasserfälle. Über den Ortseingang Bodenmais folgen wir der Beschilderung zum Kurpark, wo sich auch der Bahnhof befindet. Auf der Arberseestraße gelangt man zurück zur Talstation der Silberbergbahn.

3 Highlights auf der Tour

  1. Die Mine im Silberberg: Im historischen Besucherbergwerk gibt es Einblicke ins Innere des Silberbergs, wo sich der Barbarastollen auf einer Länge von 600 Metern erstreckt. Bei einer Bergwerksführung geht es mit Helm und Jacke in die feucht-dunkle Höhlenwelt, die beeindruckende Maschinen und Konstruktionen beherbergt. Gleichzeitig wird die Geschichte erzählt, wie der Silberberg wegen seiner Mineralien zu seinem Ruf als ›Wunderberg‹ kam. Die kürzeste Führung dauert 45 Minuten. Zur Website
  2. Der Gipfel am Heugstatt: Kurz vor dem letzten Abschnitt zur Berghütte Schareben lohnt sich ein kleiner Abstecher auf dem Rücken des Heugstatt. Auf dem buschigen und lichten Sattel befindet sich ein provisorisch errichtetes Gipfelkreuz, gefertigt aus zwei krummen Baumstämmen, an denen tibetische Gebetsflaggen baumeln. Die Holzbänke davor bieten eine wunderschöne Gelegenheit zum Verweilen – mit toller Aussicht und einer großen Wahrscheinlichkeit, nicht von Menschenmassen gestört zu werden.
  3. Kneipbecken an der Berghütte Schareben: Wer nach einer ausgiebigen Tagestour die heiß gelaufenen Sohlen abkühlen möchte, darf sich auf den Zieleinlauf an der Berghütte Schareben freuen. Auf den Grünflächen rund um das Gasthaus befindet sich ein Kneippbecken mit angenehm kühlen Wasser, eine wahre Wohltat für unsere Füße. Gleichzeitig ist es die perfekte Vorbereitung für das Radler, mit dem wir uns auf der Terrasse anschließend auch den Gaumen kühlen.

Einkehren auf der Tour

  • Chamer Hütte: Das 1951 erbaute Schutzhaus des kleinen Arbers liegt auf 1289 Metern am Südhang und bietet eine gute Gelegenheit zur Einkehr vor der Gipfelbesteigung. Es gibt einen Biergarten mit Bedienung, auf der Speisekarte stehen Brotzeit-Gerichte, aber auch kleinere, warme Speisen wie Gulaschsuppe. Zur Website
  • Bergmanns Schänke: Auf dem Plateau des Silberbergs vor dem Eingang des Bergwerks befindet sich die Bergmanns Schänke, unweit der Mittelstation der Bergbahn. Bei einer rustikal-urigen Einrichtung gibt es Brotzeiten, kleinere Snacks, Getränke und warme Speisen mit Selbstbedienung. Zur Website
  • Berghütte Schareben: Die Berghütte auf 1019 Metern war früher ein Forstdienstanwesen, das mit seinen gealterten, hölzernen Schindeln den typischen ›Woid‹-Charakter versprüht. Neben einer schlicht eingerichteten Stube gibt es eine weitläufige Außenterrasse mit einem angrenzenden Spielplatz für alle, die mit der Familie unterwegs sind. Auf der Speisekarte stehen bayerische Klassiker und Brotzeiten. Zur Website
  • Beste Jahreszeit

    Frühling bis Herbst: Die schattigen Waldwege bieten Schutz vor der Sonne, nur auf dem lichten Gebirgskamm ist an sonnigen Tagen eine Kopfbedeckung ratsam. Zur Urlaubsaison drängen sich allerdings viele Touristen im Gebiet um die Risslochwasserfälle und den Silberberg, weshalb die Zeiten außerhalb der Ferien mehr Ruhe versprechen.

  • Tourdaten

    Tag 1:
    Länge: 17,6 km
    Aufstieg: 748 hm
    Abstieg: 571 hm
    Gehzeit: 5,25 h

    Tag 2 bis Kurpark Bodenmais:
    Länge: 11,2 km
    Aufstieg: 103 hm
    Abstieg: 447 hm
    Gehzeit: 3 h
    Weitere 1,9 km und 0,5 h für den Fußweg vom Kurpark zur Talstation Silberberg

  • Hin- und Rückfahrt

    Mit dem Auto zur Talstation Silberberg. Adresse fürs Navi: Silberbergbahn Talstation 94349 Bodenmais. Parkmöglichkeiten gibt es vor der Sesselbahn. Oder mit dem Zug nach Bodenmais, Tourstart und -ende am Bahnhof.

  • GPS-Track

Die Tippgeber:innen der Tour

Angeblich ist Martina Dobrusky (Fotos) mit Wanderschuhen zur Welt gekommen, Höhenlinien deuten konnte sie eher als Lesen und Schreiben und ein Zelt aufbauen eher als das kleine Einmaleins. Sie ist zwar keine gebürtige Waidlerin, ist aber die meiste Zeit im Bayerischen Wald aufgewachsen und kennt in ihrem Territorium jeden Stock und Stein. Und auch wenn sich seit dem Studium ihr Leben mehr in Städten abspielt, kommt sie doch immer wieder hoam in den Woid – zum Abschalten und Auftanken!

Michael Gruber (Text) beschäftigt sich seit diesem Sommer intensiver mit dem Wandern im Bayerischen Wald, wo er aufgewachsen ist und nach Abstechern in Berlin und Passau wieder lebt. So lernte er den Kleinen Arber zum ersten Mal von oben kennen und staunte über die Schönheit der Risslochwasserfälle und der Naturreservate, die sich vor seiner Haustüre im ›Woid‹ verstecken. Wieso in den Rucksack aber nicht nur Gummibärchen gehören, sondern auch ein guter Regenponcho und Blasenpflaster, weiß Michael spätestens seit dieser Tour.

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